Seit meiner Kindheit definiere ich mich über meine Leistung auf der Arbeit. Zu Schulzeiten war das nicht so dramatisch. Dann weint man halt mal ein bisschen, weil man eine 3 geschrieben hat.
Während der Promotion ist dieser Wesenszug dann gefährlich geworden. Rückschläge in der Forschung sind so häufig, dass es ziemlich ungünstig ist, wenn das persönliche Glück davon abhängt. Meiner Einschätzung nach haben viele meiner Kollegen dieses Problem durch häufiges Feierabendbier mit gleichzeitiger Lästerrunde über den Betreuer bekämpft. Im zweiten Job nach der Diss muss ich nun leider erkennen, dass mich diese Strategie nicht wirklich weiter bringt.
Aber wie kann man als Mensch, der sich selber über seine Arbeit und seine Leistung definiert, der viel und gerne arbeitet, der quasi ein Workoholic ist, wie kann man dabei glücklich sein? Wenn bei mir nun etwas nicht gut läuft auf der Arbeit ist es zur Zeit so, dass ich kreuzunglücklich bin. Heulend auf dem Sofa sitze und mich trösten lassen muss. Schön ist anders. Aber warum bin ich so unglücklich? Ist das mein Fehler oder liegt das an dieser Arbeit? Sind die Leute hier doof und ich sollte lieber früher als später die Segel streichen?
Um diese Dinge zu klären hätte ich gern einen Mentor. Jemanden mit viel Erfahrung, der mir mal ein paar Tipps geben könnte. Wie man sich abgrenzt, wie man mit Widerständen umgeht usw.